TOP Ö 18: Sachstand Klinikum Nordfriesland

Zu diesem Tagesordnungspunkt begrüßt Frau Braun Herrn Landrat Harrsen.

 

Zunächst wird auf den Fragenkatalog der Initiative Inselgeburt eingegangen.

 

1/2) Herr Harrsen macht deutlich, dass der Landrat die Beschlüsse des Kreistags ausführe.

 

Als Vorsitzender des Aufsichtsrats könne er nur mitteilen, dass es keine Beteiligung des Klinikums an einer hausgeburtlichen Einrichtung geben könne.

 

Seine persönliche Einschätzung sei die, dass hausgeburtliche Einrichtungen deutschlandweit umstritten seinen. Das Optimedis-Gutachten befürworte eine hausgeburtliche Einrichtung, diese aber nur für einen Teil der Schwangeren. In den Niederlanden liege die Quote für Hausgeburten bei ca. 30%, in Deutschland unter 2%. Er sehe eine hausgeburtliche Einrichtung als Chance, allerdings müssten die Rahmenbedingungen und die Finanzierung gesichert sein. Der Kreistag habe Bereitschaft gezeigt, sich an den Kosten zu beteiligen.

 

3) Herr Harrsen macht deutlich, dass die unterschiedliche Höhe der Entschädigungen für die Bereitschaftsdienste der Hebammen mit den Krankenkassen besprochen sei. Am 06.07.2017 werde das Optimedis-Gutachten vorgestellt. Es handele sich dabei um einen öffentliche Veranstaltung, so dass jeder eingeladen sei, teilzunehmen. Nach diesem Termin müssten die Entschädigungen für Bereitschaftsdienste neu verhandelt werden. Dann tage auch der Arbeits- und Sozialausschuss und befasse sich mit dem Antrag von Frau Thiessen.

 

4) Herr Harrsen stellt klar, dass auch die Amrumer Hebamme nach seinem Kenntnisstand immer einbezogen worden sei. Bei Bedarf könne es erneute Gespräche geben.

 

5) Hinsichtlich Boarding-Häuser gebe es Engpässe. Mit dieser Problematik und der Verbesserung der Situation wolle man sich bei einem Treffen mit der Diako Flensburg und dem Krankenhaus Husum befassen.

 

6) In der Husumer Klinik gebe es zurzeit jährlich ca. 800 Geburten. Ihm sei nichts von unzufriedenen Gebärenden bekannt.

 

7) Herr Harrsen erklärt, man sei für Husum weiterhin bestrebt, einen höheren Perinatal-Level zu erreichen. Der Koalitionsvertrag der neuen Landesregierung sehe eine verbindliche Planung des Landes zur Geburtshilfe vor.

 

Auf die Frage, ob der Landrat ein Geburtshaus unterstütze, zitiert dieser aus einem Schreiben des Sozialministeriums zu dieser Thematik, das die Angelegenheit eher kritisch sehe. Dennoch sehe er eine hausgeburtliche Einrichtung, kein Geburtshaus (hier seien die Anforderungen zu hoch) als Chance für die Inseln.

 

Von anderer Seite wird erwidert, die Bundesvereinigung der Geburtshäuser habe er klärt, dass die Einrichtung eines Geburtshauses durchaus denkbar wäre. Voraussetzung dafür seien Gynäkologen auf der Insel sowie Belegbetten in der Inselklink. Es sei geplant, dass die Einrichtung sich selbst tragen soll.

 

Auf Anfrage, ob der Kreißsaal im Inselklinikum weiterhin zur Verfügung stehe, erklärt Herr Harrsen, dass dies ausschließlich für Notfälle der Fall sei. Bei Missbrauch werde es Probleme geben. Bei Komplikationen während einer Hausgeburt sei eine Verlegung in die Inselklinik möglich.

 

Seitens der anwesenden Hebamme wird ergänzt, dass der Anteil von eingeleiteten Geburten und Kaiserschnitten seit Schließung der Geburtsstation deutlich gestiegen sei.

 

Bei 20-25% der Geburten würden Periduralanästhesien in Anspruch genommen. Dies sei in einem Geburtshaus/einer hausgeburtlichen Einrichtung nicht möglich. Hierüber müssten die Schwangeren informiert werden.